Der bayerische Papst

Papst Kapellplatz

Bayern gilt als „Terra Benedictina“, als „Benediktinisches Land“. Durch die Schulen der Benediktiner, später auch anderer Orden, sind christliche Werte den jungen Menschen vermittelt worden. Eng damit verflochten ist auch die Marienfrömmigkeit. Dieses Land ist der Gottesmutter geweiht. Sie ist die Patronin Bayerns und hat ihr bedeutendstes Heiligtum in Altötting. Beides hat den Papst em. Benedikt XVI. von Kindheit auf geprägt.  Auf seinen Spuren gibt es vieles zu entdecken. Nicht nur die biografischen Stationen der Kindheit und Jugend des “bayerischen Papstes“, der hier, zwischen Inn, Salzach und Alpen die prägenden frühen Jahre seines Lebens verbrachte. Sein Geburtsthaus, wo er am 16. April 1927 geboren wurde, steht noch heute in Marktl am Inn.

Papstabschied

Die Region Inn-Salzach bietet den Menschen seit Jahrtausenden auch spirituellen Lebensraum: In vorchristlicher Zeit siedelten Kelten und Römer hier, und bereits früh in unserer Zeitrechnung schlug das Christentum seine Wurzeln.In karolingischer Zeit bildete die Königspfalz in Altötting ein politisches und administratives, aber auch ein geistiges Zentrum, dem schon bald eine Vielzahl von Klostergründungen folgte. Die Benediktiner, die Zisterzienser, die Franziskaner und Augustiner, sie alle sind entlang des Benediktweges mit stolzen Klöstern und prächtigen Kirchenbauten vertreten. 

Papstlinde

Dazwischen liegen die Felder, Wiesen, Wälder, Hügel und Seen, die mehr noch als die Werke von Menschenhand diese Landschaft zu einer „terra benedicta“ machen. Keine Parklandschaft, sondern uraltes Bauernland. So formulierte Josef Ratzinger zu seinem 25-jährigen Bischofsjubiläum: „Die Schöpfung ist uns nicht nur zur Ausbeutung übergeben, sondern damit wir sie in Ehrfurcht hüten und sie als Gottes Garten entwickeln, in dem Menschen menschlich leben können.“ Wo, wenn nicht hier in seiner Heimatregion mit ihrer langen Tradition der Symbiose von Mensch und Natur, könnte dieses Bild vom „Garten Gottes“ augenfälliger sein?