Kunsthistorische Führungen

Im barocken Altötting


Kunst ist in Altötting überall zu finden. Dr. phil. Stefan Schmitt M.A. nimmt Interessierte mit auf eine kunsthistorische Reise in der Wallfahrtsstadt. Gruppen haben den die Wahl:

 

Mittelalterliche Kunst in Altötting
Das Oktogon der Altöttinger Gnadenkapelle, vermutlich schon aus der Zeit der Agilolfinger Herzöge im 8. Jahrhundert, gilt als einer der ältesten Zentralbauten Deutschlands und die spätgotische Stiftspfarrkirche, als Chorherrenstift errichtet im Auftrag der Wittelsbacher, ist die letzte große gotische Hallenkirche in der deutschen Kunstgeschichte. Beide Bauwerke dokumentieren zusammen mit ihren qualitätvollen Kunstwerken die zunehmende Bedeutung der Wallfahrt.

Barock in Altötting
Nach den Schrecken des 30-jährigen Krieg erstarkte das Wallfahrtswesen im Deutschen Reich. In Altötting schufen italienische Barockarchitekten für die Marienwallfahrt die beeindruckende architektonische Kulisse eines idealen Stadtprospekts. Die Gegenreformation forderte von den Künstlern, ihre Werke in überwältigender Pracht „ad maiorem dei gloriam“ zu schaffen und so finden wir in Altötting in allen Gattungen der Bildenden Kunst herausragende künstlerische Zeugnisse jener großen Epoche des sakralen Bildes bis hin zum Frühklassizismus. An die reiche barocke Tradition knüpfte man in der Prinzregentenzeit zur Arrondierung des Gesamtensembles konsequent mit dem Bau der gewaltigen Wallfahrtsbasilika St. Anna im Stil des Neobarock an.

Kunst um 1900 - Altötting in der "Belle Epoque"
In der prachtliebenden und widersprüchlichen „Belle Epoque“ folgte man der historistischen Architekturtradition des 19. Jahrhunderts aber auch schon den neuen Leitbildern der klassischen Moderne. Altötting bietet beide Aspekte mit der monumentalen neobarocken Wallfahrtsbasilika St. Anna sowie der intimen Herz-Jesu-Anbetungskirche im Jugendstil. Die reichen Ausstattungen beider Kirchen weisen eine erstklassige künstlerische Qualität auf und beanspruchen mit Recht einen hohen kunsthistorischen Rang. Das schon damals Aufsehen erregende historische Großraumpanorama mit der „Kreuzigung Christi“ ist in Deutschland einzigartig und dokumentiert in beeindruckender Weise die monumentale Sakralmalerei jener Epoche.

Die Sprache der Bilder -  Christliche Ikonographie in Altötting
Die christliche Kunst kennt zahllose Themen aus biblischer Geschichte und Hagiographie. Sie spricht in einer eigenen und reichen Bildsprache voller Symbolik, Allegorien und Emblemen in Bilderzyklen, Altären und Bildprogrammen mit Skulpturen oder Fresken. Erst die präzise Identifizierung der Bildinhalte lehrt uns die sakralen Bilder richtig zu interpretieren. Die Inhalte und thematischen Schwerpunkte der christlichen Ikonographie wandelten sich im Lauf der Jahrhunderte. Diese spannenden Entwicklungen lassen sich in den sakralen Werken Altöttings vom Spätmittelalter bis hin zur barocken Bildrhetorik der „propaganda fide“ oder den Altären der frommen Nazarener im 19. Jahrhundert sehr anschaulich und mit Gewinn studieren.