Hammerschmiede Burghausen
Lebendiges Handwerk in Europas ältester betriebener Hammerschmiede
Ein Besuch der Hammerschmiede Burghausen ist eine Reise in die Vergangenheit – und zugleich ein eindrucksvolles Erlebnis für alle Sinne. Die Schmiede gilt als älteste noch betriebene Hammerschmiede Europas und steht bis heute für gelebte Handwerkskunst, Kraft und Tradition.
Wo einst die bayerischen Herzöge ihre Lanzen und Hellebarden fertigen ließen, entstehen heute kunstvolle Objekte aus Eisen. In der historischen Werkstatt lodert noch immer das Kohlefeuer, das Eisen wird auf über 1.200 Grad erhitzt und am Amboss in Form gebracht. Funken sprühen, Metall glüht – Schmieden ist hier kein Museumsstück, sondern lebendige Realität.
Namensgebend für die Schmiede sind zwei beeindruckende, wasserbetriebene Schwanzhämmer. Mit donnerndem Rhythmus heben und senken sie ihre tonnenschweren Gegengewichte und lassen den Lehmboden bei jedem Schlag erzittern. Wenn die mächtigen Hammerköpfe auf das glühende Eisen treffen, wird die rohe Kraft dieses jahrhundertealten Handwerks eindrucksvoll spürbar.
Heute wird die Hammerschmiede von Schmiedemeister Frank Wagenhofer und seinen Kindern Elena und Sebastian geführt. Statt Waffen entstehen nun Kunstobjekte für Haus und Garten: Gartenfackeln, Kerzenleuchter, Wasserspeier, Feuerschalen sowie individuelle Sonderanfertigungen – unter anderem für das historische Burgfest in Burghausen.
Ein besonderes Highlight für Besucher sind die Erlebnisführungen und Schmiedevorführungen. Beim sogenannten Teamschmieden dürfen Gäste selbst zum Hammer greifen und erleben hautnah, wie viel Kraft, Präzision und Taktgefühl das Schmieden erfordert. Dabei wächst nicht nur der Respekt vor dem Material Eisen, sondern auch vor einem Handwerk, das hier seit Generationen weitergegeben wird.

