Fastenzeit

3.2.2026


Mit dem Ende des Faschings beginnt in Bayern eine Zeit des Fastens und des Verzichts. Das hat eine lange Tradition, denn es ist eine christliche Tradition, die bei uns immer noch weit verbreitet ist und gerade in den letzten Jahren eine Art Renaissance erfährt. Und tatsächlich gibt es gute Gründe für das Fasten, die überhaupt nichts mit Religion zu tun haben. Dabei spielt es noch nicht einmal eine große Rolle, was man fastet – nur, dass es etwas ist, dem man sonst im Überfluss frönt.

Nicht nur Fleisch und Süßes eignet sich zum Fasten

Früher waren in der Fastenzeit tierische Produkte (außer Fisch) verboten, wovon die Geschichte um die im Haager Land bekannte Spezialität der Hauberlinge berichtet. Auch das Kochen mit Schmalz war nicht erlaubt. Graf Sigismund von Haag schrieb an den Papst in Rom, denn, so argumentierte er, seine Untertanen würden durch die rein pflanzliche Ernährung schwach und krank und Olivenöl sei zu teuer, zudem würden die Menschen sich gegen den Geschmack sträuben – darum möge er ihnen doch erlauben, in der Fastenzeit Schmalz in der Küche zu nutzen. Daraufhin erteilte Papst Innocenz VIII. tatsächlich im Jahr 1485 diese Erlaubnis, sodass die armen Leute der Grafschaft Haag von da an Küchl mit Schmalz backen durften – die Hauberlinge. Historiker nennen diese Erlaubnis scherzhaft „Hauberlingdispens“.

Das klassische Fasten hat viele sehr leckere bayerische Fastenspeisen hervorgebracht: Semmelschmarrn, Pofesen, Dampfnudeln, Pfannkuchen, Semmelknödel, Biersuppe, Karpfen, Rupfhauben, Reibekuchen, Buchteln und noch viele, viele mehr. Ich habe aber auch schon gehört: ich faste Social Media! Ich trinke keinen Alkohol. Oder auch: ich kauf nichts ein, das nennt man Konsumfasten.

Ich finde, das sind alles wunderbare Arten, ob religiös oder nicht, die eigenen Gewohnheiten mal zu überprüfen und zu schauen, ob der normale Konsum von Fleisch, Bier oder Facebook so bleiben soll oder es auch anders geht.

Zum Fasten mal raus aus dem Alltag

In der Inn-Salzach Region gibt es einiges an Angeboten: Schweigetage im Kloster Zangberg kann ich da nur empfehlen; Fastenwandern im Isental; oder Yoga-Retreats, die ohnehin ganz dem Einklang von Körper und Seele gewidmet sind; Wer sich selbst finden möchte, kann das auch ganz allein auf einem Stück des Jakobswegs tun, der bei uns durch Altötting führt.

Ein Besuch in Altötting zur Fastenzeit ist ohnehin was ganz Besonderes. Mit der Spendung des Aschenkreuzes beginnt dort die 40-tägige Fastenzeit. Kreuzwegandachten und Fastengottesdienste werden angeboten und man hat die Möglichkeit, die „schwarze Madonna“ zu besuchen und die ganz besondere Atmosphäre in Altötting in sich aufzunehmen.

Wer es lebendig mag, kommt zu einem der Fastenmärkte, wo vieles für Ostern angeboten wird, zum Beispiel in Haag, Mühldorf oder Altötting. Darüber hinaus sollte man Ausschau nach begleiteten Heilfastenkursen und Liederabenden halten, die über VHS oder das Kreisbildungswerk angeboten werden. Egal wie, wer es noch nie probiert hat, sollte es sich überlegen – oder zu uns kommen und sich unsere Traditionen aus erster Hand anschauen.

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