Hammerschmiede Burghausen, © Inn-Salzach Tourismus

Feuer und Flamme


Hammerschmiede Burghausen

Die älteste betriebene Hammerschmiede Europas steht in Burghausen. Wo sich früher die bayerischen Herzöge mit Hellebarden und Lanzen eindeckten, sind es heute Kunstobjekte und Erlebnisführungen, die das Bestehen der Schmiede sichern.


Hinter Frank Wagenhofer brennt das Kohlefeuer. Hier in der Esse erhitzt der knapp zwei Meter große Schmied das Eisen auf gut 900 Grad, bevor er es am Amboss in Form bringt. Mit gekonnten Schlägen behandelt er das rohe Metall, dreht und biegt es unter seinen großen Händen zu einer Fackel. Die gewundene Spitze bearbeitet er so lange mit einer Messingbürste, bis sie golden schimmert. Anders als seine Vorfahren schmiedet Wagenhofer heute keine Waffen mehr. Es sind Kunstobjekte für Haus und Garten, die von seinen Kunden angefragt werden. Gartenfackeln, Wasserspeier, Kerzenleuchter oder Feuerschalen, aber auch Sonderanfertigungen für das historische Burgfest in Burghausen sind dabei. 

 

Ihren Namen verdankt die Schmiede zwei mächtigen, mit Wasserkraft betriebenen Schwanzhämmern. Einmal in Gang gesetzt, wuchten 13 Tonnen Gegengewicht den 2,5 Tonnen schweren Hammerkopf empor, um ihn wieder und wieder absenken zu lassen. Die Schläge hallen wie Donner und der Lehmboden bebt bei jeder Erschütterung. Sobald die gewaltigen Hämmer auf das glühende Eisen treffen, stieben die Funken. Manchmal landen sie auch deutlich spürbar auf der Haut.

Vor 20 Jahren, als die Wagenhofers vor der Frage standen, ob sie den historischen Betrieb vom kinderlosen Onkel übernehmen sollten, überlegten sie nicht lange. Frank hatte schon als kleiner Junge an der Seite des Großvaters die Kunst des „Eisenbändigens“ erlernt. Spätestens beim Teamschmieden, wenn alle Teilnehmer rund um den Amboss stehen und selbst auf ein glühendes Eisen einhämmern dürfen, wächst der Respekt vor diesem Handwerk - und dem Taktgefühl, das man beim Schmieden zweifelsohne beweisen muss.